Warum uns der "Be Different Day" so wichtig ist

"[...] Gestern haben wir mal wieder eine lange Autofahrt hinter uns gebracht. Von Bochum nach Hamburg. Viel Verkehr, viele Baustellen. Die Fahrt zog sich ewig. Ich war furchtbar müde, weil Julian nachts zweimal so gebrüllt hatte und ich ihn beruhigen musste. Und morgens musste ich früh aufstehen, um ihm seine Medikamente pünktlich zu geben. Alexander, mein Mann, musste endlich einmal ausschlafen. Auf der Heimfahrt wäre nun also wunderbar Zeit zum Schlafen gewesen. Aber ich kann das nicht mehr.

Seit Julian so krank ist, bin ich immer unruhig. Jetzt überlege ich ständig, was alles schief gehen könnte - denn vermutlich geht es schief.

Julian ist fünf Jahre alt und leidet an einer nicht therapierbaren Epilepsie. Ursache unbekannt. Die Krankheit ist ausgebrochen, als er ein halbes Jahr alt war. Bis dahin hatte er sich ganz normal entwickelt. Meine größten Sorgen waren gewesen, ob ich als Beikost nun mit Karotte oder Pastinake anfange und ob es ihm für sein Leben wohl schaden würde, dass ich keinen Platz mehr im Pekip-Kurs bekommen hatte.[...] "

Das ist ein kurzer Auszug aus einem Artikel vom Spiegel Online vom 05.08.2009, nachzulesen unter http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/leben-mit-einem-behinderten-kind-immer-unter-strom-a-640169.html.

Behinderte Kinder merken oft schon sehr früh, dass sie "anders sind". Auch für die Familien, speziell die Eltern und Geschwister, bedeutet es eine große Belastung. Nicht nur die medizinische Versorgung und Einstellung ist oft sehr schwierig, wie im Artikel geschildert, hinzu kommen auch Ängste über die ungewisse Zukunft, finanzielle Sorgen oder das limitierte Angebot an Therapien. 

Be Different Day

Dies zum Anlass nehmend, hat letztes Wochenende zum achten Mal der Be Different Day an der Burg Liechtenstein in Maria Enzersdorf stattgefunden. Der Be Different Day hat bewusst das "anders sein" im Mittelpunkt. Es wird sensibilisiert, gesungen, gespielt, informiert und zugehört. Gemeinsam waren wir dankbar dafür, wie gut es das Schicksal mit uns gemeint hat und wir sammelten für Hilfsprojekte, um Kindern und ihren Familien ein weniger beschwerliches Leben zu ermöglichen. 

Diesmal waren besonders viele Familien da und es war ein toller, lebendiger und erfolgreicher Tag an dem insgesamt € 12.000 für Hilfsprojekte gesammelt werden konnten. So ist es etwa möglich, Menschen wie Claudia Schmid aus dem Artikel eine kurze Auszeit von der Belastung zu schenken. Auch für die anfallskranken Kinder können so betreute Urlaube organisiert werden. 

Mehr Informationen und Fotos zum Be Different Day gibt es unter http://www.bedifferentday.com/.

Foto von Petra Rautenstrauch (www.rautenstrauch.at)



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